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Kindern Perspektiven geben

Tübinger Verein „Schams“ bekommt 10000 Euro für Flüchtlingsprojekte im Libanon

Erschienen: 17.06.2015: ©Schwäbisches Tagblatt GmbH

In Zürich getroffen: „Bücher anstatt Waffen“

Der Schriftsteller Rafik Schami brachte die arabische Erzählkunst in unsere Breitengrade. Ein Gespräch über seine Liebe zur deutschen Sprache und die Not der syrischen Kinder.

Neue Zürcher Zeitung, 5. Dezember 2013

Lokalbericht Zürich: „Syrischer Dichter bringt Zürcher Senioren zum Lachen“

Rafik Schami bedankte sich mit Geschichten bei den Bewohnern des Altersheims Bürgerasyl-Pfrundhaus. Sie hatten für ein Projekt in seiner Heimat gespendet.

Tages-Anzeiger, Zürich, 29. November 2013

Interview: „Syriens Kinder leiden am allermeisten“

Der Schriftsteller Rafik Schami urteilt bitter und entschieden: Der Westen hat die Syrer in ihrem Kampf für Freiheit und Demokratie im Stich gelassen. Jetzt aber sollte er Flüchtlingen und Kindern effektiv helfen.

Salzburger Nachrichten vom 25.10.2013
mit freundlicher Genehmigung

„Schams heißt die Sonne“
Erschienen: 2.1.2013: © Schwäbisches Tagblatt GmbH (mit freundlicher Genehmigung)

Tübinger Hilfsverein unterstützt Projekte für syrische Kinder und Jugendliche

Der syrische Schriftsteller Rafik Schami gehört zu den Initiatoren: Bei seinem Besuch in Tübingen im Juni 2012 entstand die Idee zu einem Hilfsverein für syrische Kinder und Jugendliche. Inzwischen gibt es auch drei konkrete Projekte, für die der Verein um Spenden bittet.

Tübingen. Als erstes lernt man ein arabisches Wort: „Schams“ nennt sich die Tübinger Initiative, die das Leben von Kindern im Kriegsland Syrien und in den Zufluchtgebieten etwas aufhellen möchte. Schams heißt nämlich Sonne.

Dank seiner Initiator(inn)en, dank Rafik Schami, dem Tübinger Verleger Hans Schiler und der Restauratorin Simone Korolnik, die an syrischen Ausgrabungsstätten tätig war, verfügt der inzwischen eingetragene Verein über gute Kontakte nach Syrien und in die Nahost-Region. So wurden drei Projekte ausgemacht, die kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen helfen, ihre schwierige Situation durchzustehen.

Eins ist eine Vorschule im Flüchtlingslager Sabra im libanesischen Beirut. Das sehr ärmliche Stadtquartier, in dem bisher vor allem palästinensische Flüchtlinge lebten, ist nun auch zu einem Auffangort für syrische Flüchtlingsfamilien geworden.

Die deutsche Journalistin Mona Naggar, die in Beirut lebt, berichtete dem TAGBLATT während eines Weihnachtsbesuchs in Tübingen über die Situation: In dem sehr eng gebauten, ungesunden Viertel („eigentlich ein Slum, es gibt keine richtige Kanalisation, die Elektrizität fällt laufend aus“) lebten zuvor einige wenig bemittelte Syrer, die als Handwerker im Libanon Arbeit hatten. Als sich die Auseinandersetzungen in Syrien zum Bürgerkrieg entwickelten, holten sie ihre Familien nach. Diese zogen wieder andere nach. Viele Flüchtlinge kommen aus den von den Assad-Truppen angegriffenen Städten Homs, Aleppo, Daraa.

Im Herbst 2012 begannen junge syrische Sozial-Aktivisten in dem Viertel mit der Organisation einer Selbsthilfe-Struktur: Sie beschafften im heißen Hochsommer Ventilatoren, sammelten Spenden, besorgten und verteilten Windeln, Milchpulver, Kinderkleidung. Dabei wurde der Bedarf eines Kindergartens offenkundig. In bescheidenen Räumen, die eine Palästinenser-Organisation zur Verfügung stellt, werden seit November 70 syrische Flüchtlingskinder im Alter von vier bis sechs Jahren in drei Vorschul-Klassen betreut.

Die Räume sind liebevoll dekoriert, Geld wird aber benötigt für die Grundausstattung, für das Essen und für die sehr bescheidene Bezahlung von drei syrischen Erzieherinnen, die zunächst ganz ehrenamtlich tätig waren.

Der Kindergarten habe sich auch zu einer Anlaufstelle für Flüchtlingein dem Stadtteil entwickelt, berichtet Naggar. Ein Arzt aus Aleppo hält dort Sprechstunden, auch Beratung für Neuangekommene wird angeboten. Viele wissen nicht, wie sie sich bei der UN-Flüchtlingskommssion registrieren sollen. Weil dieser Prozess mitunter Monate dauert, wisse man über die Zahl der Flüchtlinge auch nichts Genaues, sagt Naggar. „Aber die Situation im Libanon wird immer dramatischer.“

Ein weiteres Schams-Projekt sind Grund- und weiterführende Schulen in den syrischen Städten Damaskus, Aleppo und Homs, die von den Jesuiten geführt und unter schwierigsten Bedingungen aufrecht erhalten werden. Etwa 1300 Kinder besuchen diese Schulen. Im Durchschnitt werden für die Ausbildung und Verpflegung eines Kindes etwa 2000 Euro pro Jahr benötigt.

Und dann gibt es noch die Johann-Ludwig-Schneller-Schule im Bekaa-Becken im Libanon, nahe der syrischen Grenze, die 25 Flüchtlingskinder aus Syrien aufgenommen hat. Diese Kinder sind zum Teil von ihren Kriegserlebnissen sehr stark traumatisiert. Sie werden in der Schule nicht nur unterrichtet, sondern wohnen auch im dazugehörigen Internat und erhalten, soweit möglich, psychosoziale Betreuung. Auch hier werden Kosten von 2000 Euro für ein Kind pro Jahr angesetzt.

Der Verein Schams unterstützt grundsätzlich nur Einrichtungen, die syrische Kinder unabhängig von deren Konfessionszugehörigkeit und ethnischer Herkunft aufnehmen und betreuen.

Info: Der Verein Schams ist nicht zu verwechseln mit der Tübinger Syrienhilfe, die gezielt vor allem die medizinische Versorgung in der nordostsyrischen Region Deir Ezzor unterstützt (wir berichteten). Auch den Projekten von Schams kann mit Spenden geholfen werden: Konto Nummer 3333516 bei der Kreissparkasse Tübingen, Bankleitzahl 641500 20. Als eingetragener Verein kann Schams Spendenbescheinigungen ausstellen.

Ulrike Pfeil

„Ohne Kinder keine Zukunft“
Erschienen: Benjamin Elternbrief 5/2013 (mit freundlicher Genehmigung)

Ein Verein hilft syrischen Kindern

Die syrischen Kinder Hiba und Ahmad im Beiruter Kindergarten „Amaluna“. Von Mona Naggar.

Ohne Kinder keine Zukunft (pdf)

„Syrien zwischen Verzweiflung und Hoffnung“
Rafik Schami im Gespräch mit dem SWR am 16. Juni 2012 in Tübingen.

Kulturfinder Baden-Württemberg

„Nach Damaskus: Rafik Schami sprach im Stift über Syrien“
Artikel von Achim Stricker vom 18. Juni 2012.

Schwäbisches Tagblatt